Planung von Geo-HEP-Systemen
Jede Geo-HEP-Anlage wird projektspezifisch geplant. Energiebedarf, vorhandene Anlagentechnik und die geologischen sowie hydrogeologischen Bedingungen des Standorts bestimmen gemeinsam, wie das System ausgelegt werden kann.
Die Standortbewertung ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Planung. Sie liefert die Grundlage dafür, welche Leistung pro Hochleistungsenergiepfahl erreichbar ist, wie viele Pfähle benötigt werden und welche technischen sowie genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen.
Planung beginnt beim Standort
Nicht eine bestimmte Boden- oder Gesteinsart entscheidet allein über die Eignung. Maßgeblich ist das Zusammenspiel aus Wärmeleitfähigkeit, Wärmespeichervermögen, Bohrbarkeit, Grundwasserverhältnissen, zulässiger Bohrtiefe und dem konkreten Lastprofil der Anwendung.
Standort, Technik und Nutzung gemeinsam betrachten
Ein Geo-HEP-System wird nicht unabhängig von der späteren Nutzung dimensioniert. Für die Planung werden unter anderem die erforderliche Heiz- und Kühlleistung, die Betriebszeiten, die benötigten Temperaturniveaus und die vorhandene Anlagenstruktur mit den Standortbedingungen zusammengeführt.
- Energie- und Leistungsbedarf der Anwendung
- zeitlicher Verlauf von Wärme- und Kältelasten
- vorhandene Heiz-, Kühl- und Anlagenkomponenten
- Aufbau und Schichtung des Untergrunds
- Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeichervermögen
- Festigkeit und Bohrbarkeit des Gebirges
- Grundwasserverhältnisse und zulässige Bohrtiefe
- Abstände zu Gebäuden und Leitungen
Geologie und Grundwasser
Die geologischen und hydrogeologischen Bedingungen haben direkten Einfluss auf die erreichbare Leistung und die Dimensionierung des Systems. Besonders bei der passiven Kühlung kann bewegtes Grundwasser die Wärmeabfuhr im Untergrund unterstützen und die thermische Regeneration rund um die Hochleistungsenergiepfähle fördern.
Genehmigung und sensible Standorte
Auch die Genehmigungsfähigkeit ist standortbezogen zu betrachten. Ein Einsatz in Wasserschutzgebieten kann grundsätzlich geprüft werden, ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung. Schutzgebietszone, Grundwasserverhältnisse, Bohrtiefe, Abdichtung und die Anforderungen der örtlichen Wasserwirtschaft gehören zu den wesentlichen Prüfpunkten.
Planung und Ausschreibung flexibel auf das Projekt abstimmen
Die technische Auslegung muss mit der Projektstruktur zusammenpassen. Nach dem aktuellen Planungsansatz kann das System projektspezifisch als Gesamtpaket oder in einzelnen Gewerken ausgeschrieben und vergeben werden. Dadurch lässt sich die Umsetzung an unterschiedliche Planungs-, Vergabe- und Bauabläufe anpassen.
Von der Standortbewertung zur Anlagenkonfiguration
Aus den technischen Anforderungen und den Standortdaten wird die mögliche Anlagenkonfiguration abgeleitet. Dazu gehören insbesondere die erreichbare Leistung pro Hochleistungsenergiepfahl und die erforderliche Anzahl der Energiepfähle. Die geologischen Bedingungen beeinflussen dabei nicht nur die technische Leistung, sondern auch Genehmigungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Ist Ihr Standort für Geo-HEP geeignet?
Ob und in welcher Form ein Geo-HEP-System für ein Vorhaben geeignet ist, lässt sich nur anhand der konkreten Projekt- und Standortdaten bewerten. Je früher diese Informationen zusammengeführt werden, desto belastbarer kann die weitere Planung erfolgen.